Die Steichen Collections Luxemburg vereinen Kunstwerke, die mit dem Erbe von Edward J. Steichen (1879 – 1973) und seiner langen, vielfältigen Karriere in Zusammenhang stehen, welche vor allem durch die Fotografie geprägt war.

Mehrere öffentliche Sammlungen zeugen von seiner bemerkenswerten Laufbahn als Fotograf und als Kurator für das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA): die des Nationalmuseums für Geschichte und Kunst (MNHA), der Stadt Luxemburg und des Nationalen Instituts für Bild und Ton (CNA).

The Family of Man

Weltdokumentenerbe der UNESCO

CNA, Schloss Clervaux

Clervaux

The Family of Man ist eine legendäre fotografische Ausstellung, zusammengestellt von Edward Steichen für das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) in 1955. Die Ausstellung versteht sich als Manifest für den Frieden ausgedrückt durch die humanistische Fotografie der Nachkriegszeit. Die Aufnahmen von Künstlern wie Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, Wayne Miller, … wurden auf modernistische und spektakuläre Weise in Szene gesetzt.

Nach einer internationalen Reise, wird die Ausstellung nun permanent im Schloss Clervaux gezeigt und ist Teil der UNESCO-Liste des Weltdokumentenerbes.

The Bitter Years ist eine Hommage an die Dokumentarfotografie. Sie umfasst mehr als 200 Aufnahmen, entnommen aus einem der größten Gemeinschaftsprojekte der Geschichte der Fotografie: dem von der Farm Security Administration realisierten Dokumentarwerk über das ländliche Amerika in Zeiten der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre.

Die Ausstellung wurde 1962 von Edward Steichen für das Museum of Modern Art (MoMA) gestaltet, und ist heutedauerhaft im Waassertuerm+Pomhouse in Düdelingen untergebracht. Sie beinhaltet ikonische Werke von Fotografen wie Walker Evans, Dorothea Lange, Arthur Rothstein und Russell Lee.

The Bitter Years

1935 - 1941

CNA, Waassertuerm+Pomhouse

Dudelange

Mit einer speziell dem Werk von Edward Steichen gewidmeten Galerie würdigt das MNHA dessen einzigartige Laufbahn als Fotograf. Die Sammlung des Museums umfasst insgesamt 178 Fotografien, die Steichen selbst dem Großherzogtum Luxemburg vermacht hat.

Aus Konservierungsgründen werden die Fotos in Zyklen gezeigt, die jeweils ca. 20 einem Thema zugeordnete Fotos umfassen.

Edward Steichen

The Photographer

Musée national d’histoire et d’art (MNHA)

Luxemburg

Die Ausstellung zeigt 44 Arbeiten Edward Steichens im Dialog mit Gemälden von Luxemburger Zeitgenossen. Die Ähnlichkeit von Motiven und Kompositionen verdeutlicht die vielfältigen Beziehungen zwischen Steichens Fotokunst und der Malerei. Das Konvolut bietet ein breites Spektrum aus Steichens Lebenswerk: u.a. Portraits, Landschaften, Aktfotografie, Stillleben und Werbung. Die Auswahl zeigt, dass Steichens Karriere als Fotograf untrennbar ist von seiner intensiven Beschäftigung mit Malerei und Bildhauerei.

Temporäre Ausstellung

Time Space Continuum

Fotografien von Edward Steichen im Dialog mit der Malerei

Villa Vauban, Musée d’Art de la Ville de Luxembourg

Luxemburg

Konferenzzyklus - Steichen Collections 2017

Sammlungen

Die Steichen Collections im Großherzogtum Luxemburg vereinen Kunstwerke, die mit dem Erbe von Edward J. Steichen (1879 – 1973) in Zusammenhang stehen. Der amerikanische Künstler luxemburgischer Herkunft ist weltberühmt für seine bemerkenswerte Laufbahn im Bereich der Fotografie. Edward Steichen war nicht nur ein äußerst produktiver Fotograf, sondern auch Direktor der Fotoabteilung des New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) wo er als Kurator eine international anerkannte Tätigkeit ausübte.

Die Sammlungen, die in Luxemburg ausgestellt sind, spiegeln diese zweigleisige Tätigkeit wider: im MNHA und in der Villa Vauban wird der Fotograf mit einer Auswahl sowohl persönlicher Aufnahmen als auch von Auftragswerken gewürdigt, während im Centre national de l’audiovisuel (CNA), mit den beiden Sammlungen The Family of Man und The Bitter Years, die kuratorische Arbeit Steichens zu sehen ist, die durch die Zusammenstellung anderer bekannter Fotografen beeindruckt.

Biografie Edward J. STEICHEN

Das Leben Edward Steichens (1897-1973) ist geprägt durch eine lange und vielseitige Künstlerkarriere: vor allem bekannt für sein fotografisches Werk, war er außerdem Maler, Regisseur, Kurator für das MoMA, Gärtner und leidenschaftlicher Experminetator.

Edward Steichen, Self-Portrait with Camera, c. 1917 © 2015 The Estate of Edward Steichen / Artists Rights Society (ARS), New York

1879
27. März: Edward Steichen, Sohn von JeanPierre Steichen und Marie Steichen Kemp, erblickt in Biwingen (Luxemburg) das Licht der Welt
1881
Auswanderung der Steichens in die Vereinigten Staaten – Edward Steichen wird amerikanischer Staatsbürger
1894-1898
Lehre in einem Lithografiebetrieb in Milwaukee, Wisconsin
1899
Ausstellung erster Aufnahmen beim Philadelphia Photographic Salon
1900
Erste Einzelausstellung in einem Privathaus in Milwaukee, Wisconsin – Studium an der Académie Julian in Paris – Begegnung mit Rodin
1901
Ausstellung von Gemälden und Fotografien in Paris – Wahl zum Mitglied der Londoner Fotografenvereinigung Linked Ring
1902
Mitgründung der Gruppe Photo-Secession – erste Einzelausstellung im Maison des Artistes in Paris – Einrichtung seines Studios in 291 Fifth Avenue
1903
Hochzeit mit Clara Smith (Scheidung 1922, zwei Töchter: Dr. Mary Steichen [Martin] Calderone [1904-1998] und [Charlotte] Kate Rodina Steichen [1908-1988])
1905
Stieglitz eröffnet Little Gallery of the Photo-Secession, später Gallery 291, in Edward Steichens früherem Studio und organisiert erste Ausstellungen „moderner“ Kunst (Cézanne, Picasso, Maurer, u.a.)
1906
Rückkehr nach Paris
1908
Steichen sorgt über Leo und Gertrude Stein dafür, dass Künstler der Ecole de Paris in den Vereinigten Staaten ausstellen können – Steichen mietet Bauernhaus in Voulangis (Frankreich) – Hochzeit seiner Schwester Lilian mit Carl Sandburg (1878-1967)
1910
Erste Züchtung von Rittersporn-Hybriden in Voulangis
1911
Erste Modeaufnahmen: Roben von Poiret
1911-1914
Anfertigung eines Wandgemäldes (In Exaltation of Flowers) im Domizil von Agnes und Eugene Meyer
1913
Erste experimentelle Aufnahmen von Pflanzen, Blumen und Insekten
1914
Bei Kriegsausbruch: Rückkehr in die Vereinigten Staaten
1917
Dienst als Leutnant im U.S. Army Signal Corps (Fotografieabteilung) – Aufsicht von Aufklärungsluftaufnahmen in Frankreich
1919-1922
Weitere Experimente im Bereich Objektfotografie – Verbrennung von Gemälden im Garten seines Studios in Voulangis
1922
Scheidung von Clara Smith Steichen
1923
Hochzeit mit Dana Desboro Glover († 20. Februar 1957)
1923-1924
Steichen bezieht Fotostudio in 80 West 40th Street, New York City
1923-1938
Leitender Fotograf bei Condé Nast Publications – seine Aufnahmen erscheinen in der Vogue und der Vanity Fair – Beginn fotografischer Arbeiten für die Werbeagentur J. Walter Thompson
1928
Entwurf von Pianos – Züchtung von Rittersporn auf der Umpawaug-Farm in Redding, Connecticut
1929
Veröffentlichung von Carl Sandburgs Steichen the Photographer
1930-1931
Zusammenarbeit mit seiner Tochter Mary an The First Picture Book: Every Day Things for Babies und The Second Picture Book
1932
Erstes Farbcover der Vogue
1935-1937
Steichen bezieht Fotostudio in 139 East 69th Street und wählt Aufnahmen für das Jahrbuch von U.S. Camera aus
1936
Ausstellung von Rittersporn im MoMA: Edward Steichen's Delphiniums [Ausstellung im MoMA: 24. Juni – 1. Juli 1936]
1938
Steichen verlässt Condé Nast und zieht auf die Umpawaug-Farm in Redding, Connecticut
1941
Eintritt in die U.S. Navy als Organisator der Naval Aviation Photographic Unit – 1945 leitet er sämtliche Fotoarbeiten für die Seestreitkräfte
1942
Steichen konzipiert Road to Victory [Ausstellung im MoMA: 21. Mai – 4. Oktober 1942] in Zusammenarbeit mit Carl Sandburg
1943
An Bord der U.S.S. Lexington
1944
Aufsicht des U.S.-Navy-Films The Fighting Lady, 1945 ausgezeichnet mit dem Academy Award for Documentary Film
1945
Ernennung zum Direktor des U.S. Navy Photographic Institute, das geschaffen wurde, um „Fotografie zu Marineangelegenheiten zu fördern und zu unterstützen“ (siehe Broschüre IV.B.29) – Schaffung von Power in the Pacific [Ausstellung im MoMA: 23. Januar – 20. März 1945]
1947
Ernennung zum Direktor der Fotografieabteilung des MoMA – Unterbrechung seiner eigenen Karriere als Fotograf, um junge Talente zu fördern
1952
Beginn der Vorbereitungsarbeiten für The Family of Man mit Unterstützung von Wayne Miller, einschließlich Reisen durch die Vereinigten Staaten und Europa, um Aufnahmen für die Auswahl zu sammeln
1955
Eröffnung von The Family of Man im MoMA [Ausstellung im MoMA: 24. Januar – 8. May 1955]
1955-1960
Steichen experimentiert mit Farbe an Filmmaterial aus Stand- und Bewegtbildern der Felsenbirne auf dem Umpawaug-Anwesen
1957
Tod Dana Steichens
1959
Gemeinsame Reise mit Carl Sandburg nach Moskau zur dortigen Eröffnung von The Family of Man
1960
Hochzeit mit Joanna Taub (1933-2010)
1961
Letzte Ausstellung im MoMA: Steichen the Photographer [Ausstellung im MoMA : 28. März – 30. Mai 1961] – Planung eines Edward Steichen Photography Center im neuen MoMA-Gebäude
1962
Steichen zieht sich zurück und wird zum Director Emeritus ernannt – John Szarkowski übernimmt die Leitung der Fotografieabteilung
1963
Veröffentlichung von A Life in Photography – Edward Steichen erhält die Freiheitsmedaille des Präsidenten von John F. Kennedy, überreicht von Lyndon Johnson – Treffen mit Großherzogin Josephine-Charlotte von Luxembourg im Weißen Haus
1964
Das Edward Steichen Photography Center öffnet seine Pforten im MoMA mit der Ausstellung Edward Steichen Photography Center [Ausstellung im MoMA, 27. Mai 1964 - ] – die Sammlung The Family of Man wird dem Großherzogtum Luxemburg geschenkt
1966
Besuch in Luxemburg mit seiner Ehefrau Joanna
1973
Steichen verstirbt am 25. März, zwei Tage vor seinem 94. Geburtstag

(source: Museum of Modern Art, New York)

Konferenzzyklus

Steichen Collections 2017

LUXEMBOURG, Villa Vauban

Steichen – The Early Years

Vendredi 21/04, 19h

Depuis ses débuts en tant que photographe aux ambitions artistiques, en passant par son engagement pour l’art moderne européen, qu’il a aidé à établir aux Etats-Unis, Edward Steichen fait preuve, dès ses débuts professionnels, d’une biographie riche et complexe. Cette conférence illustre son œuvre de la Belle Epoque jusqu’aux années noires de la Première Guerre mondiale.

 

DUDELANGE, CNA, Waassertuerm+Pomhouse

Une crise en images iconiques

Jeudi, 19/10, 19h, The Bitter Years

Les romans de John Steinbeck et les chansons de Woody Guthry ont marqués la mémoire collective des années de la Grande Dépression aux USA. En 1963, Edward Steichen voulait rappeler cette période noire au public new-yorkais à l’aide d’une grande exposition photographique. L’exposition The Bitter Years n’a cependant pas eu le succès escompté. Steichen avait composé un monument visuel que nous commençons seulement à apprécier depuis quelques années.

 

CLERVAUX, CNA, Château de Clervaux

Humanisme en temps durs

Jeudi, 23/11, 19h, The Family of Man

Avec son exposition The Family of Man, Edward Steichen a composé une suite épique, fabriquée à partir de petites histoires et d’anecdotes privées, parfois presque intimes. Cette conférence fera le point sur l’histoire de certaines de ces photos, aujourd’hui universellement reconnues.

 

LUXEMBOURG, MNHA

Le portrait à la perfection

Jeudi 7/12 à 18h30

L’année 1922 a été difficile pour Edward Steichen. Sur le plan privé, mais aussi au niveau artistique, Steichen a dû subir plusieurs échecs. Après un divorce douloureux et la conviction qu’il ne serait jamais un grand peintre, Steichen, âgé alors de 43 ans se reprend pour commencer une nouvelle carrière aux Etats-Unis. Il deviendra le photographe attitré des éditions Condé-Nast.